Wie schon angekündigt, kommt nun die Zusammenfassung zu meinem ersten Halbmarathon, den Trollinger-Halbmarathon.
Die Vorbereitung
Meine Einstellung war, dass man nur mit einer guten Vorbereitung einen guten Halbmarathon hinlegen kann. Es ist hier sicherlich wie in der Schule. Nur wer etwas getan hat, ist mit sich und seiner Vorbereitung zufrieden und kann sich voll und ganz auf den Wettkampf konzentrieren.
In den letzten Wochen habe ich mir aus diesem Grund einen Trainingsplan nach meinen Erfahrungen erstellt, den ich zum Teil noch toppen konnte! Großen Wert habe ich vor allem auf lange konstante Läufe, sowie kurze schnelle gelegt.
Sicherlich hätte ich noch mehr machen können, doch wie ist das so oft mit dem inneren Schweinehund?
Etwas schlecht war, dass ich ab Dienstag mit starkem Schnupfen zu kämpfen hatte und aus diesem Grund erst einmal nicht mehr laufen konnte. Meinen ersten Lauf hatte ich somit erst am Samstag, also genau einen Tag vor dem großen Tag und auch nur einen lockeren Lauf über 40 Minuten um zu sehen ob ich problemlos laufen kann.
Eines noch kurz vorweg: Nach meinen Trainingszeiten sollte eigentlich eine Zeit von 2:15 - 2:25 realistisch gewesen sein und durchaus machbar. Alles andere wäre super und unter 2:00 Stunden mein persönlicher Traum gewesen. Aber lest selbst…
Abfahrt & Ankunft
Freundlicherweise hat sich mein Laufpartner Matthias bereit erklärt, mich nach Heilbronn zu begleiten was mich natürlich sehr gefreut hat und das Problem für die Aufbewahrung der Wertsachen somit in Luft aufgelöst hat.
Die Nacht war mit 5-6 Stunden Schlaf relativ kurz.. ich war einfach zu aufgeregt. Ehrlich gesagt hat mir dies aber überhaupt nichts ausgemacht, da ich mich an dem Tag pudelwohl und fit gefühlt habe. Da wir nach Heilbronn eine gute Stunde Fahrt haben, mussten wir schon um 7.00 Uhr los. Für Matthias wohl das größere Problem, er kam erst um 4.00 Uhr von einer langen Partynacht nach Hause
In Heilbronn angekommen, haben wir uns dann mit Aaron getroffen, mich dort umgezogen und uns dann auf den Weg zum Frankenstadion gemacht.
Schon auf dem Weg dorthin, konnte man eine Menge durchtrainierter Läufer sehen, welche Waden haben, von denen ich nur träumen kann

Aaron & Ich vor dem Start noch sehr gelassen!
Meine Verpflegung
Das Thema Verpflegung ist ein Thema für sich. Zum Laufen hatte ich bisher immer nur meine beiden Trinkflaschen dabei und etwas Traubenzucker. Zwar wusste ich, dass es an der Strecke genug Getränke und Obst gibt, aber ich wollte nichts dem Zufall überlassen.
Also habe ich mich mit einer Dose Red Bull eingedeckt, welche ich vor dem Lauf getrunken habe, richtig viel Traubenzucker und einem Isostar Energieriegel. Ich denke das Red Bull hat schon etwas gebracht, gerade die ersten Kilometer hatte ich einen enormen Schub, aber dazu im nächsten Abschnitt mehr.
Den Energieriegel habe ich nicht zu mir genommen. Irgendwie hatte ich nie die Zeit und Lust solch einen Riegel zu mir zu nehmen. Es war schwül und ich hatte überhaupt keine Lust so einen Riegel zu mir zu nehmen… die Bananen am Streckenrand waren da schon besser geeignet.
Der Lauf
Da der Start auf einer Brücke war und in vier verschiedenen Blöcken gestartet wurde, war der Andrang ziemlich groß. Ich hatte zuerst schon Angst, dass alle ohne mich loslaufen würden, aber es ist eigentlich egal wo und wann man startet, gemessen wird erst wenn man mit seinem Chip über die Matte läuft.
Bei der Anmeldung hatte ich wohl eine sehr schlechte Zeit angegeben, da ich in einer Gruppe mit den Nordic Walkern war. Ich habe zwar nichts gegen Walker, aber es ist verdammt schwer am Start in dieser Menschentraube auch noch über Stöcke zu springen. Aus diesem Grund habe ich mich bereits nach ein paar Metern von Aaron verabschiedet und bin alleine los gelaufen.

Aaron & Ich mitten im Starterblock (man beachte meinen Bauch!)
Zuerst hatte ich Angst, ich würde durch den Start eine Menge Zeit verlieren, aber bei Kilometer 1 kam dann die Überraschung: 5:30 Minuten! So schnell laufe ich sonst eigentlich auch im Training nie. Kurz im Kopf durchgerechnet und erkannt, dass die 2:00 Stunden machbar wären.
Ich versuchte also das Tempo zu halten und fühlte mich verdammt gut dabei. Sicherlich auch, weil an manchen Punkten richtig Stimmung am Straßenrand gemacht wurde. Ihr werdet es kaum glauben, aber bis Kilometer 8 lief ich Zeiten um die 5:20 - 5:40 Minuten. Es macht auf einmal verdammt viel Spaß.
Doch dann kam der erste Anstieg und der Weinberg. Zwar überholte ich auch hier jede Menge Läufer, aber ich konnte meine Geschwindigkeit einfach nicht mehr halten. Hinzu kam, dass ich an den Verpflegungsstationen einfach nur immer einen Schluck zu mir genommen habe, aber nie wirklich ordentlich getrunken hatte.
Dies hatte die Folge, dass bei Kilometer 12 dann die Quittung kam. Ich fühlte mich auf einmal ausgetrocknet, schlapp und unmotiviert. Bei Kilometer 14 musste ich sogar erst einmal eine Pause von 1:30 Minuten machen die ich mit langsam Laufen überbrückte. An der nächsten Verpflegungsstationen habe ich dann wieder meine Akkus aufgeladen, mich mit richtig viel Wasser abgekühlt und neuen Mut gefasst. Zu diesem Zeitpunkt war für mich klar, dass ich mit neuen Spitzenzeiten um die 5:10 noch die zwei Stunden knacken könnte.
Leider musste ich aber meine Leichtsinnigkeit mit mächtig Zeit bezahlen. Ich konnte einfach nicht mehr schneller Laufen und verlor so Minute um Minute. Hinzu kamen noch große Schmerzen, die von Blasen kamen die ich Kilometer für Kilometer gesammelt habe. Ich wusste gar nicht, dass man so viele und so große Blasen bekommen kann… ein Foto erspare ich euch lieber.
Zwar habe ich die letzten zwei Kilometer noch einmal ordentlich Gas gegeben, aber es hat alles nichts genützt. Meine Zielzeit ist mit 02:08:46 Stunden. Dies ist Platz 325 in meiner Kategorie, was einen 2577. Platz im Gesamtklassement entspricht.
Klar, wenn man die Zeit mit der angepeilten von oben vergleicht, ist das ganze eine super Sache, allerdings war ich die ersten Kilometer wirklich gut in der Zeit. Leider habe ich eben am Weinberg zu viel Zeit verloren.
Im großen und ganzen bin ich aber verdammt stolz auf meine Zeit und meinen ersten Halbmarathon.
Nach dem Lauf
Nach dem Zieleinlauf bekommt man gleich die schöne “Finisher-Medaille” von freundlichen Damen umgehängt. Das macht verdammt stolz!
Danach habe ich den direkten Weg unter eine Wasserbrause genommen und mich mitsamt der Laufkleidung abduschen lassen. Im Finisher-Bereich gab es dann reichlich an Getränken, Bananen, Äpfel, Müsliriegel und Joghurt-Drinks. In einem Zelt konnte man sich sogar massieren lassen. Hier war mir der Andrang dann aber zu groß.
Leider habe ich irgendwo in den Menschenmassen die sich für das Trinken angestellt hatten, eine meiner Trinkflaschen für meinen Speedbelt verloren. Da muss ich mir wohl demnächst mal Ersatz kaufen. Nur Schade, dass es bei uns in der nähe keinen Runners Point gibt und ich mir die Versandkosten gerne sparen will.
Aufgefallen ist mir, dass sehr viele Läufer vom Roten Kreuz im Ziel abtransportiert wurden, wohl auch eine Ursache der mangelnden Wasseraufnahme und der starken Hitze.

Ich & Aaron glücklich mit Medaille im Ziel
Die Belohnung
Als Belohnung sind wir danach noch ganz Diät-untypisch zu Mc Donald’s gefahren und ich habe mir den neuen M, mit Gitter-Kartoffeln und ein Griechischer Salat. War verdammt lecker!
Am Abend bin ich dann mit meiner Freundin noch etwas durch die Stadt gelaufen und habe ein Eis gegessen. Ich weiß, total Diät untypisch, aber nach diesem Tag darf ich mir einfach so etwas gönnen.
Fazit
Als Fazit bleibt zu sagen, dass mir der Halbmarathon sehr viel Spaß gemacht hat und ich so gut wie jeden Moment genossen habe. Die Strecke war landschaftlich wirklich sehr schön und alles sehr gut organisiert.
Die Zuschauer waren alle sehr nett und machten teilweise sehr gut Stimmung. Sogar ich als externer wurde von Heilbronnern beim Namen gerufen und immer wieder angefeuert. So etwas motiviert verdammt gut!
Auch die Bereitschaft Wasser zum erfrischen anzubieten hat mich überrascht. Ob Gartenbrause oder Wäschewanne, jede hundert Meter wurde etwas angeboten. Leider hatte ich keinen Schwamm zur Hand wie andere Läufer und musste daher mit meinen Händen vorlieb nehmen. Dies wird sich aber beim nächsten Mal auch ändern, da ich mir einen Schwamm am Ende noch mitnehmen konnte
Beim nächsten Halbmarathon muss ich in jedem Fall mehr trinken und mir etwas für meine Blasen an den Füßen überlegen. Helfen hier vielleicht andere Socken? An den Schuhen kann es nicht liegen, da ich hier bisher keine Probleme hatte.
Nachtrag: Gratulieren möchte ich auch noch Christian, der seinen ersten Marathon gelaufen ist, sowie die Jungs und Mädels rund um Matthias, welche den Ironman auf Lanzarote gelaufen gemeistert haben.
13 Kommentare
War richtig geil!
Ich werd mich nächstes mal ordendlich mit Sonnencreme einschmieren, hab nen üblen Sonnenbrand … aber toll wars trotzdem
wow, ich bin echt positiv überrascht von deinem Kampfgeist!
-Hoffe du hört jetzt nach Erreichen des HM nicht auf zu laufen.
Grüße aus dem schönen Seenland
Hey Markus. Das hast Du super gemacht. Unseren Glückwunsch noch mal
Ach und Deinen Bauch hättest Du auch verdecken können, wenn Du die Startnummer wie Aaron etwas tiefer getragen hättest
Quatsch beiseite - Das ist doch kein Bauch JUNGE
Ich fress mir grade einen an wenn ich mir anschaue, was ich zur Zeit alles kulinarisches über mich ergieße - Mensch ist das lecker…
Viele Grüße
Lutz balschuweit
Hallo,
erst einmal Danke euch dreien für die Glückwünsche!
@Aaron: Jo, mir tut heute noch alles weh.. werde dazu auch noch einen extra Blogeintrag verfassen (inkl. Foto).
@Matthias: Woher kennst du denn meinen Kampfgeist?
Wie es mit mir und dem Laufen weitergeht… dazu gibt es die nächsten Tage hier weitere Infos
@Lutz: Dankeschön… und genießt die kulinarische Zeit
Zitat: @Matthias: Woher kennst du denn meinen Kampfgeist?
- Aus deinen Spekulationen, Trainings kurz vor dem HM und deinem Bericht vom HM. Außerdem Laufe ich ja selber und habe auch nur 2 Beine
- Gut bei mir reibt das Hosennetz der Laufhose nicht an der Wade
- Das musste ich jetzt einfach noch mal bringen, war echt witzig 
Von mir auch nochmal herzlichen Glückwunsch!!!
Das mit dem Traubenzucker vorweg lass lieber das nächste Mal sein: überhaupt nicht gut! Den Bauch kann ich - wenn überhaupt - auch nur mit Mühe erkennen…
@Andreas: Wieso weglassen? Dachte das braucht man?!
Hmn… vielleicht sollte ich mal ein Oben-Ohne Foto von mir machen - DANN wird es deutlich!
Hallo Markus,
meinen Glückwunsch und Respekt zum Lauf und zu deiner Leistung. Mach weiter…
Viele Grüße
Joachim
@Joachim: Danke dir. Lass mal wieder was von dir hören..
Vielen Dank für die Glückwünsche! Habe sie erst eben gelesen.
Dir möchte ich auch gratulieren und zwar zu Deinem ersten Halbmarathon. Scheint ja gut gelaufen zu sein. Deine vorgenommene Zeit hast Du deutlich unterboten. Weiter so!
Christian
PS: Wenn Du nix dagegen hast, nehme ich Dich in meine Blogroll auf.
@Brennr: Natürllich Danke! Hängst ja bei mir auch in der Rolle!
Bin etwas spät dran, mir ist erst jetzt aufgefallen, dass wir gemeinsam beim Trollinger angetreten sind. Das war ein harter Lauf (bißchen heiß in Heilbronn), ich musste schmunzeln, weil ich den Weinberg fast nicht hochgekommen wäre :-). Ich denke, dass ich auch 2009 wieder im “Team Blau mit 4 Buchstaben” dabei sein werde. Läufst du auch wieder mit?
Hallo Henrik: Ich denke schon, immerhin würde es mich reizen den Trollinger unter 2 Stunden zu laufen… ist zwar eine Hammer Aufgabe, aber man hat ja Ziele
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[...] ausführlichen Bericht über den Trollinger-Halbmarathon in Heilbronn gibt es natürlich [...]
[...] hatte es ja bereits in einem Kommentar erwähnt: Beim Trollinger-Halbmarathon war es sehr heiß und wir sind beide ohne [...]